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Treaty Grounds - Teil 1

Ich bin aus dem Sommerparadies Neuseelands mit seinen grünen Hobbit-Hügeln, unter Palmen weidenden Kühen, Surfstränden und Urwäldern zurück an meinem Schreibtisch. Im Gepäck habe ich ein interessantes Rechtsproblem, das nicht nur mich nachhaltig beschäftigt hat, sondern auch ...

24.01.2017
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Ich bin aus dem Sommerparadies Neuseelands mit seinen grünen Hobbit-Hügeln, unter Palmen weidenden Kühen, Surfstränden und Urwäldern zurück an meinem Schreibtisch. Im Gepäck habe ich ein interessantes Rechtsproblem, das nicht nur mich nachhaltig beschäftigt hat, sondern auch in der modernen Geschichte Neuseelands eine wichtige und kontroverse Rolle spielt.


Der Vertrag von Waitangi gilt heute als die älteste Verfassungsurkunde Neuseelands. Er wurde am 6. Februar 1840 bei Waitangi in der Bay of Islands von dem Vertreter der britischen Krone, William Hobson und 45 Chiefs der nördlichen Maori-Klans erstunterzeichnet.


Aber von Anfang an: Nachdem James Cook mit der frohen Botschaft von hervorragendem neuem Siedlungsgebiet nach England zurückkehrte, stieg ab 1790 die Einwanderung englischer Siedler, Händler und Missionare rapide an. Doch auch Abenteurer, Schmuggler und entflohene Sträflinge versuchten ihr Glück in diesem bis dato von Gewalt gezeichneten rechtsfreien Raum. Zugleich hatte der Ansturm der Europäer auch für die Maori drastische Auswirkungen. Die neuen Siedler brachten nicht nur neues Wissen und Technologien, sondern auch Krankheiten in das Land. Außerdem kamen einige Maori-Stämme durch den Handel mit den Fremden an unbekannte Waffen mit denen sie erhebliche Vorteile im Kampf gegen konkurrierende Stämme erlangten. Durch die daraus resultierenden Musketenkriege reduzierte sich die Maori-Bevölkerung drastisch. Als auch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Maori und weißen Siedlern nicht enden wollten, baten sowohl Missionare als auch Maori die englische Krone um Hilfe. Daraufhin entsandte das Colonial Office den mit dem Status eines British Resident ausgestatteten James Busby, um die Konflikte zu befrieden und britische Präsenz zu zeigen. Busby schaffte es, eine Vermittlerrolle einzunehmen und wurde von den Maori weitestgehend respektiert. Er befriedete die Maori-Stämme, indem er eine gemeinsame Flagge für die neugegründete Confederation of United Tribes entwarf und 34 der nördlichen Maori-Chiefs dazu brachte, 1835 die Unabhängigkeitserklärung Neuseelands zu unterschreiben.

Fünf Jahre später erreichte Lieutenant-Governour William Hobson die Bay of Islands, machte damit Busbys Posten als Stellvertreter der englischen Krone überflüssig, sollte einen Vertrag zwischen dem Colonial Office und den Klans schließen und lud dafür alle Klanchefs für den 5. Februar nach Waitangi zu einem Treffen ein. Dem mit der Übersetzung des von Hobson aufgesetzten Vertrages beauftragten Missionar Henry Williams blieb eine Nacht, um den Vertrag von Englisch in Maori zu übertragen – ob ihm dabei Fehler unterlaufen sind, oder ihm klar war, dass der Vertrag in dieser Form unter den Chiefs keine Zustimmung finden würde, bleibt bis heute unklar.

Der Vertrag von Waitangi gliedert sich in eine Präambel und drei Artikel ...


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