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Tagebuch einer Examenskandidatin - Teil 3

Schluss mit den Illusionen! Die Welt ist gespalten. Und ja, ja ich weiß was ihr denkt: klar Brexit, Trump… eindeutig Spaltung! Aber nein. Was ich meine ist: Es gibt normale Menschen und es gibt Examenskandidaten ...

15.06.2017
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Liebe Leute,

Schluss mit den Illusionen! Die Welt ist gespalten. Und ja, ja ich weiß was ihr denkt: klar ... Brexit, Trump … eindeutig Spaltung! Aber nein. Was ich meine ist: Es gibt normale Menschen und es gibt Examenskandidaten.

Wer sonst würde sich morgens fünf Stunden lang an einer Probeklausur abrackern, dann heim fahren, um mit Freundinnen gemütlich zu kochen, Kuchen zu essen und eisgekühlten Weißwein zu trinken (#Mädelsmittag♥), um dann um halb sechs nochmal in die UB zu fahren, damit man noch die täglich obligatorische Anzahl an Karteikarten lernen kann??? Niemand. Jedenfalls kein normaler Mensch. Aber ja, Examenskandidaten tun das.

Normale Menschen sind auch mal großzügig und verständnisvoll, wenn andere Leute sie nerven, weil man für die Sorgen und Nöte anderer durchaus auch mal Toleranz aufbringen kann. Bei Examenskandidaten ist dieser Impuls irgendwie vorübergehend außer Betrieb. Man kann nur hoffen, dass er je wieder zurückkommt, sonst werden das weiter sehr anstrengende sechzig Jahre. Also nicht nur für einen selbst sondern auch für alle anderen…

Mein Lieblingsbeispiel: Das UB-Personal

Es war einmal eine UB-Mitarbeiterin, die offenbar dazu angestellt war, die Hausordnung im Lesesaal durchzusetzen. Noch nie habe ich jemanden gesehen, der dem so leidenschaftlich und penibel nachgekommen ist, wie diese. Natürlich hat sie jeden Platz einzeln inspiziert und unsere Bib hat nun mal einige davon. Aber das hielt sie natürlich nicht ab. Und wie es sich für übereifrige Emporkömmlinge gehört, konnte sie selbstverständlich auch nicht die Gänge zwischen den Tischen einfach abschreiten, sondern musste ihre massige Gestalt zwischen Fensterfront, Sesseln und Tischen hindurchquetschen. Und ehe unsereins, der gerne am Rand sitzt zwecks mehr Ruhe und ernsthaft konzentriert war, sich's versah, konnte es schon mal sein, dass man einen halben Herzinfarkt bekam, weil plötzlich ein riesiger Schatten aus einer Richtung kam, wo man eigentlich nicht damit rechnete. Und futsch war der gerade so mühsam entsponnene Gedanke, mit dem man gerade seine Argumentation von vier auf acht Punkte haben wollte. Schönen Dank auch.


Ihre Lieblingsopfer waren diejenigen, die es wagten das heilige Verbot zu missachten, nur durchsichtige Trinkflaschen mit hoch zu nehmen. Treffsicher habe ich mich natürlich zu denen gesellt, die sie als Wiederholungstäter entlarvt hatte. Meine wunderbare gläserne Trinkflasche, die in ihrem ganzen Leben noch nie etwas anderes als das erlaubte Wasser enthalten hat, wird nämlich von einem roten Iso-Überzieher umschlossen - Skandal! Bevor sie mich jedoch wegen meinem vierten, nachweislichen Verstoßes gegen die heilige Hausordnung zu einem Schließfach vor den Lesesälen eskortieren konnte, wo ich die Hülle hätte einschließen müssen, ist sie auf wundersame Weise vom "UB-Boden" verschwunden. Mir und meinem Wasserhaushalt solls recht sein ;)


Eine andere Mitarbeiterin (Wieso sind eigentlich immer nur Frauen so garstig?) hatte auf einmal, obwohl ich schon ungefähr 100 Mal an ihr vorbeigelaufen bin beim Betreten der Lesesäle, etwas gegen meine Schönfeldertasche. Schönfeldertaschen darf man allgemein in die Säle mitnehmen und zum Mittagessen benutze ich meine eben auch gerne, um meine Wertsachen darin mitzunehmen, quasi als Handtasche. Und ja, es ist keine von „Skin“, die die meisten haben, weil ich Träger und Reißverschluss oben haben wollte. Daher hat das simple Aussehen eines Täschchens die gute Security-Frau wohl derartig verwirrt, dass sie mich nach dem Essen vehement nicht wieder in den Lesesaal lassen wollte. Wenn die UB-Security sonst keine größeren Sorgen hat als mich, geht’s ihnen wohl zu gut. Aber es sei ihnen gegönnt.



Habe meine Schönfeldertasche dann am nächsten Tag wieder mitgenommen und an derselben Securityfrau vorbeigetragen und es war überhaupt kein Problem (wobei ich eher glaube, dass ich ihr einfach nicht aufgefallen bin, wie die ganzen Male zuvor auch nicht). Tja, ansonsten wird die Stimmung gerade vom Probeexamen hoch gehalten, das gar nicht so mies lief. Hurra! Karteikarten + Fälle lösen = Beste Lernmethode.


Aber, noch ein Aufreger: Hiwis

So toll sich Hiwis auch immer fühlen mögen; das sind nichtsnutzige, kleine … Man ist um zwanzig vor acht extra früh da, um nach dem Sachverhaltholen im Audimax noch genug Zeit zu haben, um rüber zur UB zu laufen und gemütlich auszupacken, bevor man um acht losschreiben wollte. Dieser ganze schöne Plan wird zu Nichte gemacht, wenn der Hiwi erst um fünf vor acht im Audimax aufschlägt! Wo ist das Problem einfach früher aus dem Bett zu fallen!? Ich hoffe, dass es denen mal ähnlich ergeht, wenn sie selbst aufs Examen lernen - Muhahaa.

So, ihr seht also: Ich bin super drauf ;) Das Wochenende wird der Hammer: Revivalmeeting mit meinem lieben Erasmusfreund Simon und wir gehen zum Konzert von Phil Collins in Köln. OMG. Ich bin jetzt schon ganz aufgeregt :D


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Und noch eine lebensverändernde Nachricht: Meine liebe beste Freundin hat mein Müslischüsselproblem gelöst! Was würde mein Seelenheil nur machen ohne sie (also ohne meine beste Freundin, nicht ohne die Müslischüssel)??? Genau: Gar nichts. Ich wäre wahrscheinlich schon ein völliges Wrack und könnte schon mal eine Lizenz zum Taxifahren beantragen.

Also, so sieht meine Welt aus. Macht was drauß, ich kann mich nicht um alles allein kümmern.


Bis bald,
Fabienne

 


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