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Strukturiertes Lernen mit Farben

Irgendwann im Laufe des Jurastudiums wird jeder Student seine ganz eigene Lernmethode für sich entdecken. Die einen schwören auf Karteikarten, während die anderen lieber Lehrbücher lesen und die wichtigen Passagen anstreichen. Wieder andere lernen am besten durch reines Zuhören in den Vorlesungen. Für mich persönlich hat sich eine ganz eigene Herangehensweise als die richtige herauskristallisiert. Lernen mit Farben!

02.03.2017
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Irgendwann im Laufe des Jurastudiums wird jeder Student seine ganz eigene Lernmethode für sich entdecken. Die einen schwören auf Karteikarten, während die anderen lieber Lehrbücher lesen und die wichtigen Passagen anstreichen. Wieder andere lernen am besten durch reines Zuhören in den Vorlesungen. Für mich persönlich hat sich eine ganz eigene Herangehensweise als die richtige herauskristallisiert. Lernen mit Farben!


Farbschema.jpg
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Von den Vorlesungen in den ersten Semester ist bei mir nicht viel hängengeblieben. Anscheinend bin ich also mehr der visuelle Lerntyp als der auditive. Aber auch das bloße Lesen von Lehrbüchern und Skipten hat bei mir nicht gereicht, um den Stoff in mein Langzeitgedächtnis zu befördern. Als ersten Schritt habe ich mir daher zusätzlich die wichtigsten Passagen in den Büchern markiert.

Aber was bringt es, wenn 50% des Textes gelb angemalt ist? Nichts! Daher habe ich mir mein ganz eigenes System ausgedacht, um lange Texte zu strukturieren. Jedes Themengebiet bekommt eine Farbe. Und das kann dann so aussehen:


Pink: Definitionen:
Dinge, die man wirklich unbedingt auswendig können muss, werden bei mir pink angemalt. Dazu gehören aber sicherlich nicht alle Definitionen, sondern nur die wichtigsten und auch nur die, die man sich nicht selbst herleiten kann und solche, die nicht im Gesetz stehen (Legaldefinition). Im Strafrecht gehören hierzu Begriffe wie „Kausalität“ und „Gefährliches Werkzeug“. Ich habe darauf verzichtet alltägliche Begriffe wie „Gebäude“ mühsam auswendig zu lernen. Beim schnellen durchblättern meiner Lehrbücher kann ich so überall, wo etwas pink angestrichen ist, die wichtigsten Definitionen auf einen Blick nochmals wiederholen.


Orange: Fachbegriffe
Begriffe wie „invitatio ad offerendum“ oder „aberratio ictus“, die wirklich nur in der juristischen Fachsprache verwendet werden, streiche ich mir orange an. Diese Fachbegriffe muss man nicht zwingend auswendig lernen, das Schlagwort sollte aber an den richtigen Stellen in der Klausur gekonnt fallen, damit der Korrektor erfreut ein Häkchen setzen kann. Selbstverständlich gehören dazu nicht nur lateinische Phrasen, sondern beispielsweise auch Stichworte wie „praktische Konkordanz“ aus dem öffentlichen Recht.


Grün: Streitstände
In die grüne Kategorie gehört alles, was mit Meinungsstreitigkeiten zu tun hat. Einerseits natürlich alle Theorien, die sogar einen eigenen Namen haben – wie beispielsweise die Billigungstheorie im Strafrecht oder die Wechselwirkungslehre im öffentlichen Recht. Andererseits aber auch kleinere Streitigkeiten, bei denen sich eine herrschende Meinung herausgebildet hat oder bei denen es ein neues Urteil des BGH gibt. Wie letztlich zum Beispiel die Rechtsprechungsänderung zu § 476 BGB (Stichwort „Grundmangel“).


Blau: Paragraphen
Was in § 433 BGB geregelt ist, weiß jeder Jurastudent spätestens am Ende des ersten Semesters. Alle wichtigen Paragraphen prägen sich also durch die reine Anwendung wie von selbst ein. Trotzdem kann es nicht schaden am Anfang eines Kapitels oder eines Absatzes den Paragraph zu markieren, um den es im Folgenden geht. Hierzu verwende ich den blauen Textmarker.


Gelb: Wichtiges
Alles, was noch übrig bleibt, keiner der Kategorien zuzuordnen ist, aber trotzdem wichtig erscheint, wird gelb hervorgehoben. Ein großer Fehler, den viel Studenten machen, ist aber einfach alles gelb zu markieren. Oft genügt bereits ein hervorgehobenes Stichwort pro Seite, um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen.


Habe ich mich mit Hilfe eines Lehrbuchs oder Skripts in ein Rechtsgebiet eingelesen, verfasse ich mir in einem zweiten Schritt dazu ein handgeschriebenes Kurzskript mit den wichtigsten Informationen. Oft fällt es einem leichter sich die Dinge zu merken, die man auch selbst aufgeschrieben hat. Interessanterweise bleiben handgeschriebene Texte in meinem Gedächtnis leichter hängen als Dinge, die ich am PC getippt habe. Aber genau solche Feinheiten muss jeder für sich selbst ausprobieren!


Ich hoffe, ich konnte Euch hiermit eine potentielle Lernmethode näher bringen. Am wichtigsten ist aber, dass jeder seine ganz eigene, individuelle Lernmethode entwickelt und sich davon nicht abbringen lässt! Viel Erfolg!


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