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Justiz im amerikanischen Fernsehen

Nachdem in den letzten Wochen eher ernstere Themen angesprochen wurden, will ich heute über etwas sprechen, was jedem in seiner Freizeit auf dem Bildschirm schon einmal begegnet ist: Fernsehserien und Filme über Juristen. Im deutschen Fernsehen ist der Jurist selten der Held und ...

08.05.2016
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Justiz im amerikanischen Fernsehen vs. deutsche Realität

Nachdem in den letzten Wochen eher ernstere Themen angesprochen wurden, will ich heute über etwas sprechen, was jedem in seiner Freizeit auf dem Bildschirm schon einmal begegnet ist: Fernsehserien und Filme über Juristen.

 

 

Im deutschen Fernsehen ist der Jurist selten der Held und wenn überhaupt vorhanden, oft der Bösewicht. In Amerika sieht das ganz anders aus: Fernsehserien wie Boston Legal, Suits, How to Get Away with Murder und Better Call Saul sowie Kultfilme wie Die Jury, Die Firma, Philadelphia und Der Mandant erobern ein Millionen-Publikum. Wenn Medizin-Studenten manchmal anmerken, dass „Grey’s Anatomy“ sie zu ihrer Studien-Wahl bewegt hat, so kommt manch ein Jura-Student durch das stylisch-coole Leben der Anwälte in Suits auf die Idee, Rechtswissenschaften zu studieren.

 

 

Dabei werden deutsche Studenten schnell in die Sphären der Realität zurückgeholt, denn es gibt einen Grund, warum es kaum Film- und Fernsehmaterial über Anwälte in Deutschland gibt: Unser Justiz-System ist deutlich weniger dramatisch und bietet selten Stoff für fiebrige Debatten und mehr für methodisches Auslegen von Gesetzen. In Amerika hingegen ist das Common-Law vorherrschend. D.h., das Justiz-System basiert hauptsächlich auf vorrangegangene richterliche Urteile.

 

 

Amerikanische Jura-Studenten lernen erst in späteren Semestern mit Gesetzen zu arbeiten, den sogenannten „statutes“. Sie werden primär in Moot-Courts für Debatten trainiert und gerüstet. Denn in Amerika hat in den Gerichtssälen die Jury einen maßgeblichen Einfluss auf das letztendliche Urteil. Die Jury besteht nicht aus Juristen, sondern aus einer Auswahl „gewöhnlicher“ Menschen. Jene kann man weniger mit einem juristischen „Slang“ beeindrucken und mehr mit gut ausgearbeiteten, meist emotionalen, Argumenten. Deshalb kann es in den Gerichtssälen der Vereinigten Staaten oft deutlich unterhaltsamer zugehen.

 

 

Ob das Justizsystem in der Realität unterhaltsam sein sollte, ob es der Jurist in den Staaten einfacher hat und ob der Mediziner wirklich „Grey’s Anatomy“ durchlebt, ist eine andere Frage.

 

 

Damit ein schönes und sonniges Wochenende!

 

Eure Maja


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