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Abenteuer China - Teil 1

Es ist bereits ein Monat vergangen, seit ich nach Peking aufgebrochen bin. Nun finde ich endlich die Zeit, euch zu berichten: Es ist gar nicht so einfach, all die Eindrücke und Erlebnisse treffend zu beschreiben, gar in Worte zu fassen. Peking ist chaotisch, aufregend, lehrreich. Chinesen sind laut, leise, hilfsbereit. Die Universität ist traditionell, modern, gemeinschaftlich. Der Campus ist wie eine Festung in dieser riesigen Millionenstadt. Er ist riesig, vielleicht so groß wie Freiburgs Innenstadt. Es gibt Supermärkte, Restaurants, Kantinen, Banken, ein Museum, ein Kino, ein Theater, Sportplätze und Schwimmbäder. Ich lebe in ...

10.10.2017
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Es ist bereits ein Monat vergangen, seit ich nach Peking aufgebrochen bin. Nun finde ich endlich die Zeit, euch zu berichten: Es ist gar nicht so einfach, all die Eindrücke und Erlebnisse treffend zu beschreiben, gar in Worte zu fassen. Peking ist chaotisch, aufregend, lehrreich. Chinesen sind laut, leise, hilfsbereit. Die Universität ist traditionell, modern, gemeinschaftlich. Der Campus ist wie eine Festung in dieser riesigen Millionenstadt. Er ist riesig, vielleicht so groß wie Freiburgs Innenstadt. Es gibt Supermärkte, Restaurants, Kantinen, Banken, ein Museum, ein Kino, ein Theater, Sportplätze und Schwimmbäder.


Ich lebe in einem Wohnheim im Campus mit Studenten aus aller Welt - sogar aus Nordkorea. China ist das Abenteurer und zugleich die Herausforderung, welche ich mir gewünscht habe. Beinahe niemand spricht hier Englisch, also muss ich mich mit Zeichensprache und meinen (bis jetzt!!!) sehr sporadischen Chinesisch-Kenntnissen verständigen. Die ersten zwei Wochen marschierten die Erstsemester in Uniformen von früh morgens bis spät abends durch das Campusgelände und machten Militärübungen. Warmes Wasser gibt es von 7-10 Uhr morgens und von 17 Uhr bis 23 Uhr. Manchmal geht der Strom aus. Auf dem Campus bin ich nur mit dem Fahrrad unterwegs. Manchmal wage ich mich raus in den Stadtteil Wudaokou direkt am Campus. Am Anfang befiel mich ein kleines bisschen die Lebensangst, denn auf Pekings Straßen herrscht das Chaos. Mein chinesisches Fahrrad hat kein Licht, keine Klingel, keine Gänge und die Bremse - naja … Ampeln sind Dekoration und Verkehrsregeln …? Welche Regeln? Man gewöhnt sich dran. Die Kurse an meiner Universität sind zudem unglaublich lehrreich und inspirierend. Ich habe sowohl chinesische, als auch amerikanische Professoren.


Besonders spannend ist der Kurs in „Cyberspace Governance“, in dem wir über technische und rechtliche Details des Internets diskutieren. Mein chinesischer Professor für „Legal Issues in Crossborder M&A“ hat den chinesischen Aktienmarkt mitentwickelt und aufgebaut und den größten Staatsfond Chinas gemanaged. Unser Professor für International Arbitration ist amtierender Chair für den Arbitration Court in Singapur. Alle Professoren sind unglaublich praxisorientiert und diskussionsfreudig. Wie mein Professor für M&A uns gleich zu Beginn mitteilte:„Wer in meinem Unterricht etwas hinzufügt oder ergänzt, der bekommt einen Punkt. Wer mir widerspricht und mich herausfordert, der bekommt zwei Punkte.“


Die chinesischen Studenten sind unglaublich offen und interessiert. Oft unternehmen wir zusammen Ausflüge und erkunden die Stadt oder essen einfach nur gemeinsam. Wie viele alltäglichen Dinge hier stellt das „Essen“ auch immer ein Abenteuer für sich dar. Man weiß nie so genau, was man gerade isst: Niere, Leber, Lunge, Magen? Ein Vegetarier hat es hier auf jeden Fall nicht leicht. Am Wahlsonntag wurde ich zu einer Wahlparty im Schwarzmann College der Universität eingeladen. Dort hatte ich die Möglichkeit, mit Amerikanern und Chinesen mit Bratwürsten, Sauerkraut und deutschem Bier ausgestattet über deutsche Politik zu diskutieren.


Bereits nach wenigen Tagen fühle ich mich hier fast wie Zuhause. Im Imperial Garden finde ich die Ruhe zu lesen, im Dachcafè der Universität trinke ich den bis jetzt besten Kaffee in Peking, neben dem Supermarkt werden die besten chinesischen Crêpes zubereitet und an der Subwaystation wird der leckerste Milchtee verkauft. Mein Lieblingsort in der Kaiserstadt sind ohne Frage die Hutongs mitten in Peking. Dort gibt es das beste Streetfood, kleine traditionelle Läden und versteckte Bars.


Meine Erwartungen wurden bisher bei weitem übertroffen. Besonders der Austausch mit den verschiedensten Studenten aus unterschiedlichen Rechtssystemen ist eine persönliche und akademische Bereicherung, für die es sich lohnt, all die bürokratischen Mühen auf sich zu nehmen.


Eine Fortsetzung wird folgen!
Viele Grüße aus dem Reich der Mitte!


Eure Maja


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