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freischuss WiSe 2010 - Semesterfall

Es lebe der Sport

semesterfall42 Es lebe der Sport Unsere Frage: Die Strafbarkeit von A, H und B nach dem StGB? (eventuell erforderliche Anträge sind gestellt) Wettprofi Atze (A), der in den letzten Wochen bei Wetten insgesamt Spiel- verluste in Höhe zwischen 300.000 und 500.000 Euro erlitten hat, entschließt sich, seine Gewinnchancen durch die Einflussnahme auf das Spielgeschehen mittels Bestechung von Spielern und Schiedsrichtern entscheidend zu erhö- hen, um auf diese Weise den verlorenen Betrag zurückzugewinnen und sich eine nicht unerhebliche Einnahmequelle zu verschaffen. Zu diesem Zweck überzeugt er Schieds- richter Host (H), der einen finanziell aufwendigen Lebensstil pflegt, gegen Zahlung von erheblichen Geldbeträgen (meistens 5.000 Euro) davon, dass dieser den Ausgang von Fußballspielen durch falsche Schiedsrichterentscheidungen oder unsportliche Spielzurückhaltung manipulieren soll. Betroffen von den Manipulationen des Schiedsrichters sind nachfolgend Fußballspiele in der Regionalliga, in der Zweiten Bundesliga und im DFB-Pokal. Teilweise gelingen die von A geplanten Manipulationen nicht, teilweise haben die kombiniert gewetteten Spiele nicht den von ihm erhofften Ausgang. In einem Fall gewinnt A allerdings 870.000 Euro. Bei diesem Spiel, wel- ches von H gepfiffen wird, handelt es sich um den „Klassiker“ 1. FC Bavaria gegen den Erzfeind Wanne 04. Der Stürmer Lucca Boldo (B) hat an diesem Abend kein Glück und entsprechend schlechte Laune. Außerdem hat H ihm schon vollkommen ungerechtfertigt eine Gelbe Karte verpasst. Nach einer Schwalbe eines Mitspielers bekommt B nun von H, der meint, ein Foul gesehen zu haben, die Rote Karte, was ihn vollends in Rage versetzt. Um seinem Missfallen Ausdruck zu geben, spuckt er H an, der sich jedoch recht- zeitig bücken kann, sodass es den genau hinter ihm stehenden Mannschaftskol- legen M trifft. Der vom Platz geschickte B tobt als- dann in der Kabine rum und schimpft gegenüber seinen Mannschaftskollegen wüst über die Ungerechtigkeit in der Welt – unter anderem erklärt er ihnen, dass der Beruf des Schiedsrichters doch wohl „voll für den Arsch“ sei.Wie man soeben habe sehen können, würden nur „Schwachsinnige“ diesen Job ausüben. Die Wette auf dieses Spiel hat A in dem Wettbüro desY abgeschlossen, indem er den ausgefüllten Spielschein dem Der Semesterfall orientiert sich an einer Entscheidung des BGH vom 15.12.2006. Aktenzeichen 5 StR 181/06 und 182/06 unter www.bundesgerichtshof. de oder QR-Code mit dem Handy scannen: Fall gelöst? Die Musterlösung findest Du auf der JURACADEMY, dem Online-Repetitorium von C.F. Müller und JURIQ: www.juracademy.de/semesterfall Noch mehr Übungsfälle im Strafrecht mit Lösungen gibt es im Examenskurs Online SR für Gäste. Jetzt kostenlos testen! Angestellten X übergibt, welcher den Spielschein wiederum in eine Daten- verarbeitungsanlage eingibt und dem A gegen Zahlung des Wetteinsatzes den Wettschein aushändigt. Bei diesen von A abgeschlossenen Sportwetten handelt es sich um solche mit festen Quoten, bei denen die auf- grund eines bestimmten Risikos ermit- telte Quote gleichsam den „Verkaufs- preis“ der Wettchance darstellt; die Quote bestimmt, mit welchem Faktor der Einsatz im Gewinnfall dann multi- pliziert wird.

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