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Repetitorium - Ja oder Nein?

Geht’s auch ohne?

Rep oder nicht Rep – vor dieser Entscheidung steht jeder Jurastudent spätestens ab dem fünften Semester. In 90 Prozent der Fälle können sich die privaten Paukanstalten freuen: Denn so viele Studierende wählen die Kurse von Hemmer, Alpmann Schmidt und Co. Das kostet zwar meist vierstellige Beträge, aber man wähnt sich auf der sicheren Seite.

Repetitorien haben in Deutschland schließlich eine lange Tradition. Seit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Staatsexamen eingeführt wurde, sind sie fester Bestandteil der hiesigen Lernkultur. Doch die Front bröckelt. „Warum geht man dann eigentlich in die Uni?“, fragt sich Elisabeth Lang, die im Sommer ihr Erstes Staatsexamen vor sich hat. So wie die 23-Jährige entscheiden sich viele Studenten ganz bewusst gegen den Repetitor. Stattdessen versuchen sie es auf eigene Faust oder in privaten Lerngruppen.

Elisabeth hat es nicht bereut. In den zurückliegenden Monaten hat sie allein gelernt, im letzten Sommer besuchte sie zusätzlich eine Lerngruppe. „Es war so eine Art Trotzentscheidung – ich habe einfach nicht eingesehen, warum ich so viel Geld für den Rep ausgeben soll“, sagt die Münchnerin. Die Lern-AG, die sie zusammen mit zwei Kommilitonen im Juli 2005 ins Leben gerufen hatte, war für Elisabeth sehr wichtig.

„Durch den Austausch untereinander verrennt man sich nicht“, sagt sie. Einmal in der Woche haben sie sich getroffen, um einen neuen Fall zu besprechen. Einer bereitete den Fall vor und übernahm die Funktion eines Experten. Die anderen versuchten, den Fall zu lösen.

Feedback wirkt Wunder
„Man merkt eigentlich erst, ob man etwas wirklich verstanden hat,wenn man es anderen erklärt“, erläutert die Jurastudentin. Das Feedback wirkt Wunder: Auch die anderen erkennen so,wie weit sie in bestimmten Gebieten sind. Was dazu anspornt aufzuholen. Thomas Schneider muss ohne diese Art von Feedback auskommen. Auch er bereitet sich gerade aufs Staatsexamen vor – ganz allein. „Mir liegt das nicht, mit anderen lang und breit über Fälle zu diskutieren“, sagt der 24-Jährige. Thomas nutzt stattdessen die Angebote seiner Uni: Die Ludwig-Maximilians-Universität München offeriert Tutorien und Examinatorien, in denen prüfungsrelevante Fälle besprochen werden – kostenlos. „Im Zivilrecht ist das echt vorbildlich“, sagt Thomas. Florian Simonsen, ebenfalls mitten in der Examensvorbereitung, reicht das noch nicht...

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