
| Effizientere Lesestoffverarbeitung |
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Habt ihr euch auch schon öfters gewünscht, euren Lern- und Lesestoff in viel kürzerer Zeit aufnehmen zu können. Vielleicht kennt ihr ja auch jemanden, der bei gleich gutem Textverständnis sehr viel schneller mit dem Lesen fertig ist. Der Wunsch nach einer Lesetempo-Beschleunigung ist, gerade wenn im Studium die Lesemengen überhand zu nehmen scheinen, ein nur zu verständlicher Wunsch.
Daher steigt langsam, aber stetig, auch die Zahl von Seminaren und Büchern, die eine solche Verbesserung der Lesefähigkeit ermöglichen wollen. Die Versprechungen reichen dabei von einer regelmäßigen Verdopplung des Tempos (das kann ich nach fast 10-jähriger Seminarleitertätigkeit guten Gewissens als leicht erreichbares Ziel verspre-chen) bis hin zur Fähigkeit, ganze Seiten innerhalb von einer Sekunde abzuscannen und sich durch Aktivierungsübungen im Anschluss an den Lesevorgang die Inhalte zu erschließen.
Wie aber könnt ein solches Geschwindigkeitstraining für euch aussehen?
Augen müssen anhalten zum Lesen
Wichtig ist zunächst die Erkenntnis, dass die Augen anhalten müssen, um überhaupt Informationen aus einem Text aufnehmen zu können. Daher ist es vorrangiges Ziel des Trainings, sowohl die Zahl dieser Augenhalte (die so genannten Fixationen) pro Zeile als auch deren Dauer zu reduzieren.
Lesehemmnisse
Ursache dafür, dass einige Leser wesentlich mehr Zeit für den gleichen Lesestoff benötigen als andere, sind u.a. die sog. Lesehemmnisse.
Das sind neben dem Buchstabieren (bei Leseanfängern bzw. bei unbekannten Fremdwörtern), dem Wort-für-Wort-Lesen sowie dem Mitsprechen (der sog. Vokalisation) vor allem das Zurückspringen der Augen zu Stellen, an denen sie schon einmal angehalten haben (sog. Regressionen) und die schon erwähnte unnötig lange Dauer bzw. zu hohe Anzahl der Augenhalte innerhalb eines Textes.
Überwinden der Hemmnisse
Fortschritte hierbei könnt ihr durch verschiedene Techniken, die zum einen die Regressionen vermeiden helfen und zum anderen weniger und zugleich schnellere Fixationen antrainieren, erzielen. So kann z. B. ein Metronom als Taktgeber verhindern, dass ihr zu lange an der gleichen Textstelle verweilt, während ein Blatt Papier - über der zuletzt gelesenen Zeile gelegt - wiederum keine Regressionen mehr zulässt. Und mit senkrechten Strichen im Text könnt ihr die Bereiche unterteilen, die euer Auge mit einem Blick aufnehmen soll.
Finger als Lesehilfe?
Ihr sollte auch beachten, dass ein fortgeschrittener Leser seinen Finger (oder besser noch einen Stift) beim Lesen einsetzt. Euer Auge ist es nämlich gewohnt, Bewegungen zu folgen. Eine durch den Text geführte Lesehilfe hilft dem Auge, die richtigen Stellen zum Anhalten finden.
Weitere Schritte zur Leseverbesserung
Neben der Vermeidung der Lesehemmnisse gibt es noch weitere hilfreiche Methoden zur Verbesserung des Lesens und Behaltens. Ihr solltet z. B. die Rahmenbedingungen beim Lesen optimieren, vorher (und das ausdrücklich) eure Leseabsicht bestimmen und vor allem jeden Text zunächst einmal überfliegen, da ihr dabei dann oft feststellen werdet, dass ihr den Text gar nicht lesen müsst.
Fortgeschrittene Lesetechniken
Wenn euch das immer noch nicht reicht, könnt ihr euch an das Erlernen fortgeschrittener Lesetechniken machen. Dazu wird dann aber entweder der Kauf eines Buches (da kann ich natürlich mein Buch „Rationelle Lesetechniken - Schneller lesen - mehr behalten“, ISBN 978-3-87066-990-4, empfehlen) oder aber der Besuch eines Seminars erforderlich sein.
Schaut euch aber auch gerne einmal die Langfassung dieses Textes (eher im wissen-schaftlichen Stil) auf der Internetseite … an.
Fazit
Für die Beschleunigung der Lesegeschwindigkeit gibt es verschiedene Methoden. Neben der Erkenntnis, dass die Aufnahme von Informationen nur beim Anhalten der Augen möglich ist, sind dies die Reduzierung von Lesehemmnissen, die Verbesserung der Rahmenbedingungen, die Bestimmung der jeweiligen Leseabsicht sowie das Erlernen von speziellen Techniken.
Christian Peirick , Innenministerium Rheinland-Pfalz
Die Langfassung findest Du [HIER]
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