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| Masterstudiengang Medizin-Ethik-Recht des Interdisziplinären Zentrums (MER) an der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg |
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Aufgrund immer spezifischer werdender Erkenntnisse in der medizinischen Forschung sowie deren Anwendung am Menschen entstehen viel neue Probleme auf den Grenzgebieten der Medizin, der Ethik und des Rechts. Aktuell aufgeworfene Fragen im Bereich der Medizin, wie die Debatte um die Sterbehilfe, das neue Gewebegesetz oder die Diskussionen im Bereich der Stammzellforschung verdeutlichen nur beispielhaft, dass die Grundfragen medizinischer Behandlungen nicht mehr länger nur aus einer Disziplin heraus zutreffenden Lösungsansätzen zugeführt werden können. Vielmehr ist es erforderlich, die entstandenen Konflikte interdisziplinär zu betrachten und die verschiedenen Perspektiven stets zu berücksichtigen.
Deshalb bietet die Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg seit dem Sommersemester 2008 den Masterstudiengang Medizin-Ethik-Recht an, in dem die Wechselwirkung der Fachgebiete interdisziplinär gelehrt und unter Bezug auf medizinische, ethische und gesundheitspolitische Probleme durchdrungen wird.
„Dem Arbeitsmarkt fehlen bislang Nachwuchswissenschaftler und Praktiker, die darin geschult sind, die entstehenden Entscheidungskonflikte interdisziplinär zu lösen“, so Prof. Dr. H. Lilie (Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums Medizin-Ethik-Recht und Vorsitzender der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer). „Wir wollen diesem Defizit mit Hilfe des Masterstudienganges entgegenwirken, der dem Ziel dient, Absolventen für den Arbeitsmarkt auszubilden, die den neuen Fragestellungen in der Praxis gerecht werden.“
Der Studiengang richtet sich an Interessenten mit einem abgeschlossenen Universitätsstudium im Bereich der Rechtswissenschaften, der Medizin, der Philosophie oder der Theologie. Denn diese vier Bereiche stellen nicht nur die vier Gründungsfakultäten der Universität Halle-Wittenberg dar, sondern bilden auch die vier Grundsäulen des Masterstudienganges. Aber auch Interessenten aus angrenzenden Fachgebieten, wie den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, können zugelassen werden. Die Regelstudienzeit beträgt zwei Semester. Um auch bereits Berufstätigen oder Referendaren den Zugang zu ermöglichen, kann das Studium auch innerhalb von vier Semestern absolviert werden. Der Studiengang wird mit dem Master of Medicine, Ethics and Law (M.mel.) abgeschlossen.
Die Zusammensetzung des Stundenplans richtet sich nach den individuellen Vorkenntnissen der Studenten, so dass eine optimale Abstimmung auf die Qualifikationen des Einzelnen gewährleistet werden kann. Innerhalb verschiedener Kolloquien, an denen alle Studenten teilnehmen, wird dann die Möglichkeit für interdisziplinäre Diskussionsrunden eröffnet. Zu den angebotenen Veranstaltungen zählen unter anderem Rechtsmedizin, Anatomie, klinische Psychologie, Bioethik, Theologie oder Arzthaftungs- und Sozialrecht. Vorlesungen und Seminare werden von national und international anerkannten Wissenschaftlern der Fachbereiche Medizin, Ethik und Recht abgehalten.
Interessant aufbereitet ist der Studiengang durch die „Case Studies“, die auf der interdisziplinären Intensivstation oder bei der Hornhautbank den Unterricht direkt am Krankenbett veranschaulichen. Die Möglichkeit der Teilnahme an einer gerichtlich angeordneten Obduktion bietet außerdem einen spannenden Einblick in die medizinrechtliche Praxis. Zudem erhalten die Studierenden Einblicke in Bereiche, zu denen man sonst keinen Zutritt bekommt. So sind z.B. Praktika auf europäischer Ebene in Anwalts- und Ärztekammern, Medizinrechtskanzleien oder bei Ethikkommissionen vorgesehen.
Durch die zahlreichen Tagungen und Symposien zu politisch aktuellen und oft internationalen Themen im Bereich des Medizinrechts, wie der Stammzellforschung oder der Transplantationsmedizin, haben die Studenten die Möglichkeit, über das Studium hinaus Kontakte und Erfahrungen zu nutzen.
„Meine Erwartungen an den Studiengang waren ganz bestimmt keine geringen und wurden weit übertroffen“, berichtet Dr. med. Andreas Linsa, einer der derzeitigen Studenten des Masterstudiengangs 2009. „Die Vielfalt der Angebote verlangt vom Studierenden eine eigene Schwerpunktsetzung, ermöglicht es aber zugleich, sich ein abwechslungsreiches und abgerundetes individuelles Programm zusammenzustellen. Für den persönlichen Gewinn nicht zu unterschätzen sind die nicht selten ausgesprochen engagierten Diskussionen der Studierenden untereinander, in welche diese ihre jeweils eigenen Erfahrungen und Perspektiven einbringen, die sich aus ihren unterschiedlichen Disziplinen ergeben. Interdisziplinarität findet somit auf mehreren Ebenen statt und geht dabei über die drei namensgebenden Disziplinen noch hinaus.“
Berufschancen bestehen mit dem Abschluss Master of Medicine, Ethics and Law (M.mel.) z.B. in Ärztekammern, Großforschungseinrichtungen, Krankenhäusern (Führungspositionen), Industrie, medizinischen Fakultäten, internationalen Organisationen und Ethikkommissionen.
Termine: Absolventen mit Bachelor-Abschluss bewerben sich bitte zum Wintersemester mit Fristende zum 31. Juli. Absolventen mit Staatsexamen, Diplom oder Master bewerben sich bitte zum Sommersemester. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Januar im Jahr des Studienbeginns.
Kontakt: Weitere Informationen sind auf der Homepage des Interdisziplinären Zentrums unter www.mer.uni-halle.de erhältlich, auf der auch Formulare für die Bewerbung bereit gestellt sind. Für Fragen steht Frau Dr. Kerstin Junghans unter folgenden Kontaktdaten zur Verfügung: Mer@jura.uni-halle.de Tel: 0345/ 55- 23144/ -23142 Fax: 0345/ 55- 27070 Postanschrift: Martin-Luther-Universität, 06099 Halle (Saale)
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