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| Hamburger Karrieretag für junge Juristen |
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Viele Absolventen des Ersten und Zweiten Staatsexamens stellen sich die Frage: „Was mache ich jetzt?“ Sie wissen einfach nicht genau, welchen Weg sie nach dem Ende der Ausbildung beruflich einschlagen sollen; sei es weil es so viele Wege gibt oder auch, weil sie nicht alles kennen, was möglich ist.
Um diesen Fragen ein wenig auf die Sprünge zu helfen, hatte die Fachbuchhandlung boysen + mauke in Kooperation mit dem Hamburgischen Anwaltsverein und dem FORUM Junge Anwaltschaft am 7. November 2009 den Karrieretag in der Grundbuchhalle des Ziviljustizgebäudes veranstaltet. Am Vormittag wurde ein Überblick über einen Teil der beruflichen Möglichkeiten gegeben, die ein Volljurist nach dem Zweiten Staatsexamen hat. Am Nachmittag ging es um die Selbstständigkeit, Soft Skills und Bewerbungen.
Der Tag begann mit dem Geschäftsführer der Rechtsanwaltskammer Köln, Herrn Rechtsanwalt Martin W.Huff. Er gab einen Überblick über den Markt und die Entwicklung der rechts- und steuerberatenden Berufe. Es folgte Frau Bente Hamann, die als Juristin in einem Unternehmen tätig ist. Sie hob das Besondere an der juristischen Tätigkeit im Unternehmen hervor und wies auf die permanente Gratwanderung zwischen der rein rechtlichen Beurteilung einer Sache und den zu beachtenden kommerziellen Zielen hin. Frau Monika Rolf-Schoderer, Richterin am Oberverwaltungsgericht in Hamburg, berichtete mit viel Enthusiasmus über die Arbeit in der Justiz mit den Freiheiten und Grenzen der Tätigkeit als Richterin. Herr Huff berichtete dann noch über die interessanten Tätigkeiten eines Juristen als Journalist oder in Verbänden. Am Ende des Vormittags wurden die Vorzüge und Nachteile der Tätigkeiten als Rechtsanwalt in einer kleinen, mittleren und großen Kanzlei dargestellt. Jeder der Referenten war überzeugt davon, dass gerade seine Tätigkeit das Richtige – zumindest für ihn bzw. sie - sei. Im Hinblick auf die Anforderungen wurde sowohl die fachliche aber auch die soziale Kompetenz als wichtig hervorgehoben.
Nach dem leckeren Mittagessen (es gab Pasta mit 3 verschiedenen Soßen, Salat und Dessert) ging es mit Rechtsanwalt Marko Dörre in die Selbstständigkeit. Der Kollege Dörre betonte, wie wichtig die Spezialisierung sei. „Wenn Ihr erst einmal für etwas bekannt seid, kommen auch die Mandanten“, so Dörre. Er selbst hatte sich im Jahr 2002 auf die Erotikbranche spezialisiert, eine Nische, in der es kaum konkurrierende Kollegen gibt. Mandate aus anderen Rechtsgebieten können an Kollegen abgegeben werden, um den Mandanten umfassend beraten zu können. Hierfür sei es wichtig, sich ein Netzwerk zu schaffen, wie beispielsweise im FORUM Junge Anwaltschaft.
Für die Planung der Selbständigkeit ist ein Businessplan unumgänglich. Das wichtigste daran sei, sich Gedanken zu machen und seine Ziele schriftlich zu fixieren, meinte Dörre. Weiter in die Tiefe des Businessplans stieg Dr. Carsten Blunk von der Deutschen Bank ein. „Planen Sie Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben“, so der Referent. Da die Einnahmen schwer zu planen seien, sei es wichtig, sich vorher gut zu informieren.
Zurücklehnen und entspannen konnten die von Zahlen und Fakten überschütteten Teilnehmer dann bei Rechtsanwalt Dr. André Niedostadek. In einem erfrischenden Vortrag sensibilisierte er die jungen Juristen für die Bedeutung von Soft Skills. Gefordert werden neben der fachlichen Qualifikation vor allem besondere Schlüsselqualifikationen wie Kommunikations- und Teamfähigkeit, Organisationstalent, Durchsetzungsvermögen oder Kritikfähigkeit. Diese so genannten Soft Skills müssen trainiert werden. Beispielsweise, indem man Vorträge hält oder sich ehrenamtlich engagiert.
Zum Abschluss gaben Rechtsanwälte Dr. André Niedostadek sowie die Kollegen Dr. Philip Brügge, Nils Obenhaus von Münchow Commandeur + Partner Rechtsanwälte und Stephanie Wolfrum anhand ihres eigenen Karrierewegs konkrete Tipps für den Berufseinstieg. Bei der Bewerbung sei es wichtig, den Nutzen herauszustellen, weshalb der Arbeitgeber gerade Sie einstellen soll. Innovativ war die Empfehlung, eine eigene Bewerbungswebsite ins Netz zu stellen. Potentiellen Arbeitgebern kann beispielsweise auf Bewerbungsmessen eine Visitenkarte mit der Domain und gegebenenfalls einem Passwort überreicht werden. Dort findet er dann alle wichtigen Informationen über den Bewerber.
Wichtig sei es auch, raus zu gehen und Kontakte zu knüpfen, gab Rechtsanwalt Niedostadek den Teilnehmern nach einem langen Tag mit auf den nach Hauseweg.
Die über 50 Teilnehmer lauschten den Vorträgen mit großem Interesse und stellten viele Fragen. Das Fazit von allen Referenten war, dass es letztlich wichtig ist, sich selbst im Klaren darüber zu sein, was man kann und was man will.
Rechtsanwältin Babette Kusche, Geschäftsführerin des HAV / Rechtsanwalt Sebastian Trabhardt, Regionalbeauftragter des FORUM Junge Anwaltschaft
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