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Die Lerngruppe - ein wichtiges Element im Studium

Am Anfang stand die Idee. Von vielen Professoren empfohlen beschloss ich eine Lerngruppe mit meinen Studentenkollegen zu gründen. Eine Lerngruppe hat viele Vorteile: so kann man im Kreise seiner Kollegen gemeinsam lernen, seine eigenen Schwachstellen finden und bekämpfen, über juristische Probleme diskutieren und so auch seine fachlichen sowie rhetorischen Fähigkeiten verbessern. Lerngruppen können jederzeit gegründet werden. So hörte ich von Studenten, dass manche in einer Lerngruppe für Scheine üben, andere helfen sich bei der Hausarbeit und das teilweise schon ab dem ersten Semester. Ganz praktisch ist eine Lerngruppe auch für die Examensvorbereitung.

Zunächst sollte man sich überlegen, mit wie viel Leuten man eine Lerngruppe gründet. Idealerweise sollte hier eine Teilnehmerzahl von fünf Mitgliedern nicht überschritten werden. Schließlich entscheidet die Größe der Lerngruppe auch über den Lernerfolg. Es ist eben einfacher, mit vier Leuten zu lernen und einen Fall zu bearbeiten als mit zehn Studenten. Für die Fallbearbeitung in großen Gruppen stehen ja die AG’s und Tutorien zur Verfügung.

Wir entschieden uns, bereits im sechsten Semester eine erste Lerngruppe für den großen Schein im öffentlichen Recht zu gründen. Dabei wurden dann gemeinsam Verwaltungsrechtsfälle in der Gruppe besprochen.

Nach dieser erfolgreichen Zusammenarbeit war uns klar, dass auch für die Examensvorbereitung eine Lerngruppe nützlich sein könnte. So wurden dann im Sommer 2007 zwei Lerngruppen zur Examensvorbereitung gegründet, die aus den Teilnehmern der Verwaltungsrechts-Gruppe hervorgingen. Dabei wurden in beiden Lerngruppen induktive Lernmethoden angewandt. Neben der Bearbeitung eines Falls stellten wir uns gegenseitig Prüfungsfragen und arbeiteten an Aufbauschemata. Dabei spielte das gegenseitige Verbessern und die Wiederholung und Einübung juristischer Probleme eine große Rolle. Der Ablauf war dabei so, dass einer aus der Gruppe einen Fall vorbereitete und die anderen Teilnehmer diesen dann nach einer gewissen Arbeitszeit lösen mussten.

Am schwierigsten gestaltete sich anfangs auch noch die Raumsuche. Im Parlatorium der Bibliothek war es uns entschieden zu laut, in der Wohnung eines Teilnehmers sollte es auch nicht unbedingt stattfinden. Nach langer Suche fanden wir dann entsprechende Räume in der Fakultät. Ein Tag in der Woche, an dem keine Rep-Veranstaltungen stattfanden, wurde für die Lerngruppe ebenfalls festgelegt.

So bearbeiteten wir nun Woche für Woche Fälle gemeinsam nach einem feststehenden Lernplan. Schnell merkte man in der Gruppe die Fortschritte, die die einzelnen Mitglieder machten. Ein besonderes Highlight war unser Lerngruppenausflug im März. Wir fuhren nach Bremen, wo Daniel, ein Lerngruppenmitglied, wohnt. In der Anwaltskanzlei seiner Mutter wiederholten wir die Grundpfandrechte und das Kreditsicherheitenrecht. Jeder Teilnehmer hatte vorher ein Thema gezogen und nun musste er sein Thema der Gruppe vorstellen. Dieses intensive Wochenende war für uns alle von großem Nutzen. Am Abend haben wir dann die Hansestadt Bremen unsicher gemacht und in verschiedensten Cafes auch mal eine Auszeit genommen.

Auch die Freundschaften entwickeln sich in einer Lerngruppe. Es ist ja ideal, wenn man sich mit seinen Lerngruppen auch privat gut versteht und sich gegenseitig im Studium weiterhilft. Alles in allem rate ich jedem Examenskandidaten bzw. Studenten, eine Lerngruppe zu gründen. Gemeinsam lernt es sich besser, schneller und nachhaltiger.

Matthias Cedra, Universität Leipzig


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